Die portugiesische Umweltpartei Livre hat einen Brief an die Regierung ihres Landes (Mitte-Rechts) und an den Fußballverband geschickt, in dem sie fordert, dass Marokko nicht gemeinsam mit Spanien und Portugal an der Ausrichtung der Fußball-WM 2030 beteiligt wird, nachdem es letzte Woche in Ceuta zu einer Migrationskrise gekommen war.
„Die Beteiligung Marokkos an der gemeinsamen Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 zusammen mit Portugal und Spanien ist unhaltbar geworden“, erklärte die Partei (fünftstärkste Kraft im Parlament mit 6 Abgeordneten) in einer Stellungnahme, in der sie eine „Neubewertung der Beteiligung“ des afrikanischen Landes fordert.
Die Umweltpartei prangerte an, dass zu den „jahrzehntelangen systematischen Menschenrechtsverletzungen durch das marokkanische Regime gegenüber dem eigenen Volk sowie der Verweigerung der Selbstbestimmung und der gewaltsamen Unterdrückung des sahrauischen Volkes“ nun „die Instrumentalisierung marokkanischer Bürger in Ceuta“ hinzukomme, darunter auch Minderjährige, für einen „Angriff“ auf die Grenzen zu Spanien.
„Dieses Ereignis bestätigt, dass weder die Voraussetzungen noch politische Garantien für Sicherheit und loyale Zusammenarbeit zwischen Marokko und Spanien sowie Portugal bestehen, um diese gemeinsame Organisation aufrechtzuerhalten“, argumentierte sie.
In seiner Mitteilung fügte man hinzu, dass dieser Antrag, der dem portugiesischen Ministerpräsidenten, dem Konservativen Luís Montenegro, und dem Präsidenten des portugiesischen Fußballverbands (FPF), Pedro Proença, vorgelegt wurde, durch die Notwendigkeit gerechtfertigt sei, „nicht nur auf die Kohärenz der Außenpolitik, einschließlich der Förderung der Menschenrechte, sondern auch auf die logistischen Anforderungen“ zu achten.
In diesem Sinne plädierte man dafür, dass „die Diplomatie und der Kontakt zum Königlichen Spanischen Fußballverband sowie zur spanischen Regierung so schnell wie möglich vorangetrieben werden“, damit die Organisation des Turniers nicht beeinträchtigt wird. D
ie Zahl der Todesopfer in der spanischen nordafrikanischen Stadt Ceuta beläuft sich auf 75, während an der Küste weiterhin Leichen geborgen werden, nachdem es nach Angaben der Regierungsdelegation, die der Nachrichtenagentur EFE am Dienstag übermittelt wurden, zu einem massiven Zustrom von Menschen aus Marokko gekommen war, die größtenteils schwimmend die Grenze überquerten.
Seit am vergangenen Donnerstag, dem 30. Juli, nach den neuesten Daten des spanischen Innenministeriums von gestern etwa 72.000 Menschen aus Marokko illegal auf spanisches Territorium eingereist sind, sind etwa 70.000 von ihnen bereits in ihr Land zurückgekehrt. Die Weltmeisterschaft 2030 wird gemeinsam von Spanien, Portugal und Marokko ausgerichtet. Darüber hinaus werden Uruguay, Argentinien und Paraguay die Eröffnungsspiele ihrer jeweiligen Nationalmannschaften ausrichten, als Hommage an das hundertjährige Jubiläum der ersten Weltmeisterschaft, die 1930 vollständig in Montevideo ausgetragen wurde.
Quelle: Agenturen



